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nm Anstalt für höhere technische Bildung in das Auge ge­faßt, und von den Standen, unter genauer Darlegung des Zweckes und des Planes, wonach sie dieselbe hier ausgeführt zu sehen wünschten, so wie unter Bereitstellung der Mittel, welche ihnen dazu erforderlich schienen, in Vorschlag gebracht wurde, schwebte der Ansicht von den künftigen Entwickelun­gen im innern Verkehre der deutschen Länder nur als Hoff­nung vor, was seitdem zum Heile des Ganzen mehr und mehr sich verwirklicht hat, Freiheit des Verkehrs und Han­dels. Mit dieser Grundbedingung allgemeiner Wohlfahrt, deren Verkennung oder Erschwerung durch traurige Erfah­rungen gebüßt worden, sind die wirksamsten äußeren Antriebe zur Entwickelung productiver Kräfte, ist die reichste Ver­mittelung und Gewähr ihrer Benutzung und Geltendmachung gegeben. Neues, reges Leben beginnt zahlreiche und fleißige Gewerbstände zu durchdringen, und vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo alle deutschen Völker, bisher verbunden durch Sprache, Geschichte und Gesittung, auch in völlig freiem wechselseitigen Austausche der Erzeugnisse der Natur und des Kunstfleißes wie zu Einem großen Marktgebiete sich vereinigt finden. Aber die Freiheit thut es dennoch nicht allein. Der Verstand des Menschen, sein Wissen und Wollen, Forschung, Kenntniß und unverdrossene Arbeit, kurz, Licht und Wärme müssen hinzutreten, um den frei gewordenen Boden zu be- fruchten, um ihm alle erquickenden und edlen Früchte, denen er fähig ist, abzugewinnen.

Mit Sorgfalt pflegen daher Regierungen, welche die Zeit und ihre Anforderungen erkennen, die Mittel, dort, um den schon gesteigerten Kunstfleiß und den durch Wissenschaft getragenen Unternehmungssinn zu ermuntern und in Weg­räumung von Hindernissen und Schranken ihm behülflich zu senn, hier, um dem erwachten Streben nach gewerblicher Bildung die Gelegenheit zur richtigen und gründlichen Kennt­niß der Hülfsmittel anzubieten, welche die technischen Wissen­schaften gewähren. UeberaU keinem, wenn auch verschieden nach örtlichen oder Landes-Verhältnissen, nach Stufen, Um­fang und Mitteln, Anstalten der Art auf, welche dem prac- tischen Leben razionelle Grundlagen bereiten sollen.

Die höhere Gewerbschulc für Kurhessen, welche im Jahr 1833 errichtet wurde, hat den Erwartungen, welche unter den bisherigen Verhältnissen an sie gerichtet werden konnten, entsprochen, die Einsicht und Achtung des Publikums für ihr Streben und Wirken gewonnen, und die volle Zufrieden­heit der Regierung sich erworben, welche dies noch in der letz­ten Zeit am vorigen Landtag anerkannte. Ihr, der hohen Staatsregierung verdanken wir es, daß die Erreichung der Zwecke der Anstalt gleich anfänglich durch umsichtige, glück­

liche Wahl der Lehrer, welche sie an dieselbe berief, ferner, durch Hinwirken auf plangemäße Einrichtung, auf einen, den wahren Bedürfnissen des Landes in thunlicher Vollständig­keit sich anschließenden Organismus und Gang, und auf die dadurch bestimmte practische Richtung der Lehrer-Thätigkeit, sowie durch eine für daS Gedeihen der Anstalt eifrig besorgte Direktion gesichert wurde. Die hiesige Anstalt zählt Schüler aus den meisten Theilen des Landes; selbst Schüler aus dem Auslande und aus ferner Gegend haben sie aufgesucht; Män­ner, welche schon im Geschäfte oder Amte stehen, wohnen Vorträgen über einzelne Zweige des Unterrichts bei; andere erholen sich dort für einzelne Fälle und Zwecke Belehrung und Rath. Aus einem gedruckten Programme für den Jahres­kursus von 1837 1838, datirt vom 2 5. Sept. v. I., darf hier wohl angeführt werden, daß in der untersten der drei Klasien, aus welchen die Anstatt besteht, während des verflossenen Schuljahres 28, in der zweiten ebensoviel, und in der ersten 19 Schüler sich befunden, und daß außerdem 29 Personen an einzelnen Vorträgen theilgenommen hatten, daß aus den verschiedenen Klassen überhaupt am Ende deS Kursus 31 Schüler abgegangen waren, wovon sich 8 dem Forstwesen, 5 dem Bergwesen, 3 dem Baufache, 7 dem Fabrikwesen, 5 der Landwirthschaft und 3 der Handlung zugcwendct haben. Auch für Anschaffung der nöthigen Lehr­mittel, für Apvarate, Sammlungen, Zeichnungen, Modelle re. hat die Regierung während der kurzen Zeit des Bestandes, der Anstalt schon reichlich oder doch vorerst genügende Sorge getragen. Abgesehen von dem Verluste ihres bisherigen Leh­rers für Physik, praktisch-physikalischer Uebungen und tech­nische Mechanik, so wie von dem Abgänge eines anderen Leh­rers für naturgeschichtliche Zweige, dem Vernehmen nach, für längere Zeit, Männern von gediegenem Wissen und gründ­licher, praktischer Lehr-Tüchtigkeit, so wie von anerkanntem Rufe, also von Mängeln, deren baldige und definitive Beseitigung in einer dem hohen Standpunkte und der wichtigen Bestimmung dieser Anstalt entspre­chenden Art von hoher Staatsregierung erwartet werden darf abgesehen hiervon könnte die Anstalt auf dem Wege zur Vervollkommnung und zur Erweiterung gemeinnütziger Wirksamkeit fortschreiten, würde sie nicht durch ein äußeres Hinderniß, durch den Mangel eines für ihre Zwecke ein­gerichteten Lokals darin aufgehalten, und in einer Weise beschränkt, welche sogar ihre Erhaltung gefährdet.

Das bisher dazu eingeräumte Lokal am hiesigen St. Martinsplatze, früher benutzt für die Stadt-Kommandantur, sollte, nach der Absicht der Regierung, nur zur einstweiligen, nothdürftigen Unterbringung dienen, weil ein anderes nicht