Der Rechts freund.
Eine Zeitschrift ans -em Gebiete
' der
Verfassung, Gesetzgebung und Rechtswissenschaft.
Nedigirt und verlegt von den Obergerichts-Anwälten Nebel thau, Rösing und Schwarzenberg.
Dritter Jahrgang
--------—-------------------------------------—------------------------------------------7------------------------------ . . ------- -- -- , â 50* Sonntag, den 24. Juni. is3^
Auf diese wöchentlich zweimal erscheinende Zeitschrift kann bei allen Postämtern des In- und Auslandes abonnirt werden. Der Preis beträgt vierteljährlich 2k gGr.
LA» Die verehelichen Abonnenten unseres Blatts werden zur Verhütung von Unterbrechungen in der Zusendung ersucht, ihre Bestellungen für das kommende Quartal noch im Laufe dieses Monats bei den betreffenden Postämtern des Inlandes und Auslandes zu erneuern.
Die Tendenz, Einrichtung und Preis des Blatts bleiben dieselben. Cassel den 19. Juni 1838.
Die i Redaction .
Landtags« »gelegen beiten.
Bau eines Lehrgebäudes für die höhere Gewerbschule.
Die höhere Gewerbschule, deren große Wichtigkeit für die Beförderung der Industrie des Landes allgemein anerkannt ist, ist mit den Mitteln zu einem gedeihlichen Auf- blühn reichlich ausgestattet. Leider entbehrt dieselbe jedoch eines passenden Lehrgebäudes, was zahllose Jnconvenienzen mit sich führt.
Es ist daher sehr erfreulich, daß der längst gefaßte Beschluß der Errichtung eines eignen Lehrgebäudes vielleicht in der Kürze zur Ausführung kommt.
Der Antrag des Abgeordneten Schomburg vom 12. Juni d. J. ist hierauf gerichtet und wird sicher bei der Ständeversammlung sowohl als der Staatsregierung, welche jene
Jnconvenienzen bereits früher erkannt hat, im wohlverstande nen Interesse des Landes die verdiente Unterstützung finden.
Wir theilen diesen Antrag in Folgendem mit:
»Indem ich Ihre Aufmerksamkeit für einige Bemerkungen über den dermalkgen Zustand der höheren Gewerbschule hierselbst in Anspruch nehme, glaube ich Ihrer aufrichtigen Bereitwilligkeit, zur Erhaltung und Beförderung dieser Landes-Anstalt, insoweit dies von Ihrer Seite geschehen kann, mitzuwirken, mich versichert halten zu dürfen.
Es ist unnöthig, in einer Versammlung, welche der Landesherr berufen hat, um sich mit ihr über wichtige vaterländische Interessen zu berathen, den vielseitigen Nutzen einer solchen Anstalt auseinander zu setzen. Es wird genügen, im Allgemeinen daran zu erinnern. Ihre Wichtigkeit, ihre Nothwendigkeit für Kurhessen war anerkannt längst vorher, ehe dieselbe Gegenstand öffentlicher Verhandlungen würbe, von Männern, welche die Stufen einheimischer Industrie mit dem Aufschwünge fremder, welche den vorhandenen Mangel an wissenschaftlich begründeter Gewerblichkeit mit dem anderwärts schon weit verbreiteten Einflüsse vorgeschrittener Erfahrungs-Wissenschaften, und deren unermeßlichen Wirkungen zu vergleichen vermochten. Ich übergehe hier, was bis dahin an einigen Orten durch meist nur elementaren Unterricht verbreitet, wann zuerst auf vollständigere Würdigung und Beachtung von Realien bei Bildungs-Anstalten für künftige Bürger theils im engeren Lehr-Kreise und in beschränkterem Maaße, theils aber auch in sonstiger Weise bei uns hinzuwirken versucht worden ist. Als nun ernstlich am Landtage von 1831 — 1832 die Gründung einer allgemei-