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den Unverstand oder den bösen Willen Einzelner gehemmt werden soll.

Wie sehr endlich auch durch die beantragte Gesetzge­bung die amtliche Stellung der Israelitischen Gemeindeäl- testeu und Vorgesetzten an 'Ansehen gewinnen wurde, wie weit ernstlicher und nachdrücklicher sie beim in jeder Be­ziehung für Verbesserung und Veredelung des Cultus, für Verschönerung und Reparatur der Synagogen und für Vervollkommnung ihrer religiösen Unterrichtsanstalten ar­beiten und streben würden und könnten, leuchtet gewiß jedem Unbefangenen ein! Die jetzige Israelitische Sy- nagogengemcindS-Verfaffüng dagegen lähmt alle selbststän­dige Wirksamkeit der Gemeindealtesten, und ertödtet da­durch häufig bereit noch so regen Eifer für das Gute, in­dem sie zu weiter nichts geschaffen erscheinen, als die Erheber der Abgaben zu machen, wel­che die Gemeinde- und Provinzialkosten ver­anlassen. 9tiir in diesem Lichte werden sie auch in den meisten Gemeinden betrachtet, und so kömmt es denn, daß ihr Wirkungskreis nicht zu den angenehmsten gehört, und die den Verhältnissen angemessene Richtung meist ganz verfehlt. Das Wohl der Israelitischen Gemeinden, und namentlich das der größeren unter denselben, heischt daher dringend eine recht baldige Beseitigung der hier her- vorgelwbenen Mißstände, die der Verfasser dieser Zeilen während seines langjährigen Wirkens in der Synagogen- Gemeiude-Vcrwaltung nur zu oft wahrzunehmen Gelegen­heit fand.

Hanau im Novcmber 1836.

Dr. L.......r.

Fandtttgsangelegenheiten.

Reflerion en über die Wirksamkeit der Lan- descreditcasse am ersten Rechnungsjahr 1833.

In Gemäßheit des Gesetzes über die Landescreditcasse vom 23. Juni 1832 ist die Rechnung über die Landescre- dilcasse vom Jahr 1833 von den Commissarien der Mi­nisterien des Innern und der Finanzen, und der Bevoll­mächtigten des permanenten landständischen Ausschusses abgchört uüd abgeschlossen.

Nach dieser Rechnung belief sich die Einnahme dieser Casse auf die Summe von 761,992 Rthlr. 6gGr. 15 hlr. Hiezn trugen die Depositencaffen 223,950 Rthlr. bei (wor­auf jedoch im Laufe des Jahrs 29,500 Rthlr. zurückgezahlt wurden), und zwar die von Cassel 117,300 Rthlr. die zu Fulda 28,350 Rthlr., die zu Marburg 10,300 Rthlr., und die zu Ha >au 80U) Rthlr., n ährend von der De- postlencasse zu Rinteln keine Gelder angekommen waren. 21h die Depositencassen wurden dafür 3966 Rthlr. 4 gGr. 3 Hlr. an Zinsen vergütet.

Tie Sparkasse 31t Hersfeld hatte 7545 Rthlr. beige- tragen, und dafür 42 Rthlr. 21 gGr. 7 hlr. Zinsen er­halten.

An Laudemialgeldern waren von der Finanzkammer

inHauaulORthlr., von der Hauptstaatskasse 16000 Rthlr., und ein Ablösungscapital für den Zehnten in Kleinwiede,l von 3400 Rthlr., überhaupt also 19,440 Rthlr. eilige# gangen. Es wurden an Zinsen für diese Laudemialgeldcr 99 Rthlr. 16 gGr. 4 hlr. vergütet.

Von Staatsbehörden waren auf kurze Kündigung 7550 Rthlr. zu 3 Procent Zinsen angeliehen, welche 63 Rthlr. 10 gGr. 11 hlr. ausmachten.

Bei Privaten und Körperschaften waren 458,850 Rthlr. zu 37z Procent angeliehen, worauf in, Laufe des Jahrs 4500 Rthlr. zurückgezahlt, und 1600 Rthlr. Zinsen be­zahlt wurden.

Die von den Stellvertretern der Militärpflichtigen zur Sicherheit der ihnen anvertrauten Effecten in Gemäßheit des Recrutirnngsgesetzes vom 10. Juli 1832 zu hinterle­genden zwei Drittheile der Einstandssnmmen betrugen 18,505 Rthlr., worauf 100 Rthlr. zurückgezahlt wurden. Die Zahl der Stellvertreter belief sich bei dem Leibregiment auf 25, bei der Leibgarde auf 33, bei dem 1 ften Bataillon des Regiments Landgraf Carl auf 23, bei dem 2. Ba­taillon desselben Regiments auf 20, bei dem Regiment Prinz Solms auf 22, bei dem Isten Schützenbataillon auf 7, bei b.m 2ten auf 11, bei der Garde du Corps auf 17, bei den Dragonern auf 18, bei der Artillerie auf 13.

An Zinsen für diese Gelder wurden überhaupt 463 Rthlr. 2 gGr. 3 hlr. entrichtet.

Die Landescreditcasse hat im Jahr 1833 überhaupt 497,751 Rthlr. ausgelieheu, wofür 7173 Rtblr. 2 2 gGr. 14 hlr. hatten aufkommen müssen, statt bereit nur 7168 Rthlr 18 gGr. 1 hlr. wirklich eingiengen.

Von dieser ausgeliehenen Summe wurden zu Dienst- ablösungen gegen 3 Procent, 490 Rthlr., zu Zehtttablöâ sungen zu 37z Procent Zinsen, 26,920, und zu Zinsab­lösungen zu 3¥i Procent 1540 Rthlr. verliehen. Diese Ablösungen fanden sämmtlich in der Grafschaft Schaum­burg statt, deren Bewohner die ersten und einzigen wa- ren, welche in dem bezeichneten Jahr Gelder von der Lau- deccreditcasse zu dem erwähnten Zwecke erborgten.

Die auf diese Ablösungscapitale im erwähnten Jahr mittelst des Tilgungsfonds geleisteten Rückzahlungen be­tragen für das Dienstablösungscapital 2 Rthlr. 15 gGr. 9 hlr., für das Zehntablösungecapital 72 Rthlr. 12 gGr. 11 hlr., für das Zinsablösungscapital 83 Rthlr. 7 gGr.

Zu andern Zwecken wurden auf 485 Stück Obliga­tionen 427,570 Rthlr. zu 4 Procent ausgeliehen, und darauf au Capital 426 Rthlr. 19 gGr. 11 hlr. zurückgezahlt.

Am meisten wurden ausgelieheu in den Bezirk des Kreisamts Cassel, nämlich die Summe von 1^6,770 Rthlr.

Gar keine Capitalien wurden verliehen in die Bezirke der Meuterei Allendorf, Eschwege, Felsberg, Homberg, Landeck, Nentershausen, Obernkirchen, Rinteln, Treis, Bergen, Bieber, Bucherthal, Burghaun, Dorheim, Eiter­feld, Großenlüder, Hanan, Schwarzenfels und Windecker. Die gestimmte Entnahme der Casse ergab, verglichen mit der Ausgabe einen Mehrbetrag von 261,210 Nrhlr.9 gGr. 13 hlr. Am Schluß des Jahrs 1833 bestand die ge­summte Schuld der Landescreditcasse in 720,172 Rthlr. 3 gGr. Die Activmasse dagegen einschließlich einer als