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lange einzudalten, bis der Streit über das Recht selbst entfchicDen. Worauf sich Liestlbe aber gründe und wie sie sich zur eigentlichen operis novi nunciatio ver­balte, darüber sind die Ansichten der Rcchtsgclehrten eben so verschieden, als die Angaben der Kompendien unge­nügend. Indessen ist wohl die Meinung Derjenigen die richtigste, welche die nunciatio publica als eine unei­gen t l i ch e Rnnciation bezeichnen und dieselbe auf das prohibere per praetorem gründen ^^)

In vielen Rechtsstreiten ivurDe nämlich bei den Rö­mern kein judex bestellt, sondern der Prätor erkannte, nachdem er die Sache mstruüt hatte, ohne Weiteres selbst (extra ordiuem) 2 *). Am gelvöhnllässten geschah dies in solchen Fallen, wo über einen Rechlösatz gestritten wurde, oder wenn Einer den Andern mit offenbarer Will­kür oh ic allen Vorwand ein Unrecht zufngte, oder wenn der Beklagte von dein Prätor Lie Behauptung des Äla« gers einräumte (confessus in jure ); allem es gab lin- zweifelhaft auch solche Falle der prätorischcn Cognition, wo nicht sofort erkannt werden konnte, sondern zunächst auch wirkliche Berhandlungen über den Sachbestand Statt fanden "). Will man nun mit Savigny anuch« men, daß dasprohibere per praetorem der lex 3. h. 1. 2. de oper. nov. nuno. ") und der lex 5 §.10. eod. 27) nur auf solche Falle gehe, wo der Bauende sich in offenbarem Unrechte befunden, mithin auch ohne facti# scheu Streit sofortige Erecutwn habe Statt finden können, dann ließe sich freilich hierauf, zumal alle jumcia exira- ordinaria geworden, eine vorläufige Inhibition gar nicht stutzen. Allein cs durfte wohl nicht ganz unwuhr- scheinlich fein, daß schon der Prätor unter gewissen Bor­aussetzungen nur einstweilen das Fortbauen untersagte; wenigstens leidet cs nach einer entfasiebeuen Praxis keinen Zweifel, daß dermalen eine vorläufige Inhibition ^") statt*

23) Bergl. z. B. Sckweppea. a. D. §. 570. Leyser 1. c. med. 5 7 Carpzuv. Hespous. iib. I. resp. V . iv 6.

Manche. namentUch tue altern Pratliter, reden «ogar von einem iaterdictum de novi operis nuuciatiuue (f. j. ^. Joh. VuDiv. edjmtct v. gerichtlichen Klagen uuD Einreden §. Ido ; drillt Gotir. Schmior ^ommeni.ir ic. caselbst; Glück, Erläuterung der Pand. Bo. io è. Le«- unD ertiren dabei fast alle Stellen, die von Der eigentlichen nuncia'io re: eil. Allein caé Ungehörige eines loutien Befahrens liegt auf Der Hand, wie Denn auch Die Gesetze von einem solchen Snteroicie durchaus nichts wissen.

r4) Saviguy Besitz §. 34.

25) cf, tut. tit. D. de extraord. cognitt. (50. 13.) Savi g- ny a. a D, ; Schweppe lliechtsgeichichte §. 577.

26) Plane si uuus nustrum in communi locu faciat, non

possum eg'» socius opus novuin ei nunciare, sed euia probibebo communi dividundo judicio, v el per prae­torem. ()uodsi socius meus in communi insulu opus novuin faciat, et egu propriam habeam, cui nocetur , an

Opus nov um nunciare ei possim ? Et putat Labeo, nun posse nunciare, quia possum cum alia ratiune proliibere aedificare, hoc est vel per praetorem vel per arbi- trum communi dividundo.

17) Meminisse autem oportebit, quoties quis in nostro ae-

disicare vel in nostruin immittere vel projicere vult, melius esse cum per praetorem vel per man um , id est ilapih ictum prohibere, quam operis novi nuucia- tione.

18) Bergt. Pu ckta (Wolfg. Heinr.) über Provisorien rc. IN V. Zeitsch. f. Civ. N. u. Proc. Bv. 5. Nr. Vli. S. 115.u.

Haft sei, und selbst Theoretiker lassen sie nach vorgängiger Bescheinigung Leo BrronluugsrechteS zu 29).

Es fragt sich oaher, uNler weiu en Umständen und Boruusfetzullgen hat brr Richler einen solchen Inhibitorial- Befehl zu erraffenV Llm richtigsten ist es wohl, dabei nach Aiialogie des MaudatSprozesses zu verfahren, mithin eben so wohl einen l'c|onDmi tÄrund, z. B. augenschein­liches ilare ist, ^ef.lhc aus oe.n Becz.lge ") rc., als auch hin- relchende Befcheinigung zu verlangen 3I). Indessen bleibt natürlich dem richterlichen Ermessen dabei Bieles überlassen swenigflenS fcheuit die Hessische Praxis in diesem Punkte nicht eben Liffi.il zu fein , und jeden Falles ist bei bauli­chen Uüt er nehm UN gen der yicacl nach schon im Fort- bauen selbst eie Geiahr auf Dem Berzuge zu smden. Dies ergibt sich aus dem Wesen der eigentlichen operis novi nuuciaiio. ^ eiln nur aus diesem kynniDe konnte sich der Prätor veranlaßt sehen, dem Piwalverbotc eine jo um­fassende Wirkung belziuegen, als dies wirklich im Edikte geschehen ist -"j. Nur insoweit erscheint aber auch eine Bezugnahme auf die, von Der eigentlichen Runcialiou gel­tend, n C-rnndsatze hier statthaft, und jedenfalls durfte cs Nicht zu billigen fein, wenn manche Gerichte bei jeder Unternehmung, wodurch der Kläger beeinträchtigt zu wer­den vermeint, und oftmals sogar ohne alle Viachweisung IllhiblildN ex tarnen ^-j. Zugleich el hellet aber auch, daß auf Der andern ^nte das feio der s g. nunciatio publica cm weit umfassenderes i|i, als das der eigentlichen Ein­sprache gegen ein neues Werk"). Einige der vorzüglich­sten Uüiei|d)ciDc unD zwar solche, Die zugleich von prak­tischer Beoeutnug fiuD , mogeu hier ausgesuhlt werden.

(.Schluß solgt.)

das unten mitjuthrileuve Ob. App. G. Decret in Tacken Äl. ge^en b. 'Piea.l jeood) Puchta zur iLrwirkunz Der Pro» vipoual- Beliliguag stets euu- ioivustanoige Klage gibt (s. ß. iuicriuctum de oper. nov. nunc.), so durfte dies nicht uveiall zu Dualen nuu.

29j Schweppe ödiionic^ §. 570. Bergt, auch Mühlen­bruch 1. C. 4u,i Aut. <1.

20) Cf. S|t r y k Usus modern. Pand. h. t. §. IX; Sauter^ vdd) Coll, aI b. t. s. 5. und ins Bes. Pllchia a. a. O. lLo, 136 ff.

31) Bergt. Puchta a. a. O. und über die gerichtlichen Kla­gen ic. Öietjai iö3J. §. 155 S. 436, welcher auch noch das erbieten zum Calummen . (i<Ce fordert, und Stryk de rcineans juns circa aeinulaliouein competentt. e. ^ in Opp. (Franks. 1.43) t. Ui p. 411), wo ausdrücklich statt der eigenluchen Oiunciatiuil maudata sine clausula ßeaebeil werden. Nach Dem Zeugnisse Öailö (Observatt. Iib. I. obs. 1 j Nr. 13), worauf Siryk Dieferhalo Bezug nimmt, erlief; jedoch das Kammer,ericht erst Dann mandata sine clausula poenalia,si aedifuans post aenunciationem^le- gitimo modo verbis vel per praetorem aut jaclum la- pilli facta in, aedilicare pergat, de qua deuunciatione ju- dici per iiisirumeutum publicum co nomine cunfectum coustaredebet, ibetßl. auch v. Cramer Rebenstunben Tl>. 96 Nr. VI. §. 1, 9.

31) Cf. Duaren. prael in h. t. prael. XV.1

33) Etwas Anderes ist es, wenn Die Erfordernisse der eigent- lictieii operis novi nunciatio vorbaiideii ünD, und daS Ge­richt selbst sich an Ort und Stelle begibt, und dort daS Fortbauen untersagt. Dax aber auch hierbei Der Anruf der richterlichen Thätigkeit gehörig begründet werden muß, ist schon oben (Nr. 1) ewähnl worden.

34) Schweppe Handbuch a. a. O.

Kassel, gedruckt in der Gec h' scheu Ofsicru.